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Familienbett

Familienbett

Das Familienbett ist ein sehr umstrittenes Thema, ich weiß…

ABER

ich finde es an der Zeit, dass ein wirkliches Denken (als nur Nach-Denken in dem Sinne ich denke einfach anderen nach) statt findet.

Ich will niemanden bekehren und belehren, nur Gedankenanstöße geben.
Ich würde das Thema gern nicht mit Rechtfertigungen für das Familienbett aufrollen, sondern einfach nur Fragen in den Raum werfen. Ich lasse die Beantwortung bewusst offen, denn ich bin überzeugt, dass es nicht DIE Wahrheit gibt, sondern, dass jeder seine Wahrheit zu diesen Thema findet (finden muss). Doch ich habe die Hoffnung, dass Du, wenn Du versuchst, diese Fragen zu beantworten, nicht nur an Dich (und daran, wass die anderen wohl dazu sagen) denkst, sondern auch und vor allem an Dein Baby. (Vielleicht hast Du sogar die Größe, zu versuchen, Dich in die Lage dieses liebenswürdigen und so sehr liebesbedürftigen Wesens hinein zu versetzen.)

Warum schlafen Babys im eigenen Bett?

Könnte es lediglich eine gesellschaftliche Norm sein, welche einfach nicht hinterfragt wird?

Warum ist es in vielen anderen Kulturen durchaus üblich, dass gestillte Menschlein bei ihrer Mama schlafen?

Wieso war es noch vor längerer Zeit auch auf unserem Kontinent üblich, dass die ganze Familie in einem Raum schlief? Soll das wirklich nur an den (begrenzten) Räumlichkeiten gelegen haben?

….

Warum sind diese kleinen Menschlein so niedlich und berühren das Herz eines jeden Menschen, welcher ein solches besitzt (sorry für den Zynismus)?

Etwa deswegen, dass es einem leicht fällt, sie einfach liegen bzw. allein zu lassen?

Oder dafür, dass man seine Bedürfnisse, welche es in letzter Not nur mit weinen/schreien ausdrücken kann, ignoriert, wie es bei der Methode „Jedes Kind kann schlafen lernen“ praktiziert wird?
(Ich überspitze es bewusst, um Dich aus der Reserve zu locken)

Warum lassen frisch gebackene, von dem kleinen Wesen hingerissene Eltern ihr Baby voller Überzeugung (?) allein schlafen, vielleicht sogar im eigenen Zimmer?

Sind nicht die meisten Eltern in das neue Leben verliebt, auch wenn es noch so sehr den eingefahrenen Trott auf den Kopf stellt?

Wie benehmen sich Verliebte?
Welcher Verliebte würde seine(n) Geliebte(n) mit einem Küsschen ins Bett nebenan bringen, ihn/sie noch streicheln, vielleicht noch liebe Worte sagen, zudecken und dann gehen und die Tür hinter sich schließen?

Warum sagt niemand etwas, dass die Eltern für gewöhnlich in einem Zimmer, sogar in einem Bett schlafen?-Sie sollten doch langsam selbständig und allein schlafen können!

Warum dürfen sich die Eltern aneinander kuscheln und das Baby nicht?

Ist es wirklich für eine Entwicklung einer Selbständig- und Unabhängigkeit unabdingbar, dass ein Baby allein schläft?-Wie genau soll das von statten gehen? Weil ich allein einschlafe und schlafe, bin/werde ich selbständig und unabhängig?????

Müssen wir Entwicklungsschritte erzwingen, wie Vogelmütter, die ihre Jungen aus dem Nest stubsen, damit sie endlich fliegen?

Oder wollen wir einfach nur Ruhe haben nachts?

Das verstehe ich sehr gut, sich ausruhen und schlafen. Aber ist es nicht viel störender, wenn man erst aufstehen, das Baby holen und anschließend wieder zurück bringen muss? Das bewirkt doch, dass alle Beteiligten erst richtig wach werden müssen und in ihrem Schlaf nachhaltig unterbrochen werden oder ? Ja, ich stehe dazu, es ist auch ein Stück Bequemlichkeit (und Faulheit?), dass unsere Babys an meiner Seite schlafen dürfen. Niemand wird erst richtig aus dem Schlaf gerissen, denn die Erfahrung vieler Mütter zeigt, dass sich der Schlaf-Rhythmus von Baby und Mama anpassen und dass der Schlaf der Mutter leichter wird, wenn das Baby unruhig wird und Hunger bekommt. So kann Mama schneller reagieren und das Baby anlegen, bevor es schreiend sein Bedürfnis kund tun muss. Ich habe schon von vielen gehört, dass es Ihnen wie mir geht und sie sehr bald beide über dem Stillen wieder eingenickt sind.

Meine Schwiegermutter war bei den ersten Enkeln von der ungestörten Nachtruhe völlig perplex, ja warum war es denn nur so ruhig?

Ist es denn nicht gefährlich, wenn das Baby im elterlichen Bett schläft?

Hier kann ich mir die Antwort auch nicht verkneifen, denn oft wird auf ein erhöhtes Plötzlicher-Kindstod-Risiko hingewiesen, welches ich bezweifele.
Ich habe noch keine Statistik gefunden (wobei ich bei Statistiken auch immer im Hintergrund an den Satz denken muss:“Glaube nie einer Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast!“), welche belegen würde, dass im Elternbett schlafende Babys öfter einen Plötzlichen Kindstot erleiden als Babys im eigenen Bett.
Aus persönlicher Erfahrung kann ich nur sagen, dass es das Sterberisiko unserer kleinen Söhne und Töchter minimiert hat, dass sie in unserem Zimmer bzw. Bett (ge)schlafen (haben), denn es ist keine Seltenheit, sondern eher die Regel, dass unsere Kleinen sich mitten in der Nacht übergeben, ja sogar im Schlaf. Wie oft habe ich schon gedacht, was wäre gewesen, wenn ich das nicht mitbekommen hätte?

Zu guter Letzt möchte ich ein paar meiner Gedanken niederschreiben, warum ich das Familienbett unter anderem nützlich finde:

->Dass das Schlafen im Familienbett bequem ist und meine nächtliche Schlafration deutlich erhöht, hatte ich schon erwähnt,

->ich denke aber auch, dass es dem kleinen Wesen den Start deutlich erleichtert. Bisher musste es seine Körpertemperatur nicht regulieren und wenn Babys im Familienbett schlafen, können sie auch noch von der Körperwärme von Mama (und Papa) profitieren.

->Des Weiteren ist bekannt, dass es nicht ungewöhnlich ist, dass es bei kleinen Babys durchaus mal zu Atemaussetzern kommen kann, die Nähe zu den Eltern, deren Bewegungen, Atmen, … kann durchaus den nötigen Impuls geben, wieder zu atmen.

->Ist ein kleines Geschwisterchen zur Familie hinzu gekommen, finden im Familienbett die Größeren noch ihre benötigte Geborgenheit, können ihr Nähe- und Kuschel-Bedürfnis auffüllen und haben nicht den EIndruck, auf das Abstell-Gleis abgeschoben zu sein.

Ich jedenfalls bin meinen Eltern zutiefst dankbar, dass sie nicht auf den Rat von Psychologen etc. gehört haben, mich konsequent immer wieder in mein eigenes Bett zu schicken, sondern dass sie mir damals, vor so vielen Jahren ein Bett an ihrem Bett gebaut haben und ich jederzeit dort schlafen durfte. Ich meine von mir behaupten zu können, dass ich ein selbständiger Mensch bin und mir meine eigene Meinung bilde. Es hat mich also nicht in meiner Entwicklung zu einem selbständig lebenden und denkenden Menschen beeinträchtigt, im Gegenteil, ich bin durchaus in der Lage, mein Leben zu meistern und zu gestalten, daselbe wage ich über unsere inzwischen erwachsenen Söhne sagen zu können.

In diesem Sinne wünsche ich Dir, dass Du Dir Deine Meinung, ganz unabhängig bilden kannst und dann den Mut hast, Deinem Herzen zu folgen! Wenn Du dabei meine Unterstützung möchtest, kannst Du mir gern schreiben.

About The Author

Mirjam

glücklich verheiratet und leidenschaftliche (Trage-) Mama von 4 Söhnen und 6 Töchter, ein bisschen verrückt, immer auf der Suche nach alternativen Wegen und dadurch ständig aneckend, gern barfuß, strickend, nähend, improvisierend und am liebsten draußen unterwegs

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