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Nur Hausfrau und Mutter

Nur Hausfrau und Mutter

Ja, ich bin NUR Mutter und Hausfrau

 

Welcher Vollzeit-Mama ist es nicht schon mal begegnet, irgendein Kommentar, bei welchem im Hintergrund mitschwingt, was machst Du als Mutter schon groß. Da gibt es doch nicht viel zu tun, Du hast doch den ganzen Tag Zeit…

Vor einiger Zeit wollte Wibke Dihrberg ein Experiment starten und 3 Tage lang nichts tun, sie hat es abgebrochen…

Das versuche ich erst gar nicht, weil ich weiß, dass das gar nicht geht…, denn Essen kochen, Menschlein trösten, Menschlein anziehen und all die anderen Kleinig- und Großigkeiten sind meist schon so in Fleisch und Blut übergegangen, dass sie nebenbei und ohne groß nachzudenken geschehen. (Das „professionelle und ausgebildete“ Personal wird für die verschiedensten dieser Tätigkeiten  bezahlt, doch wenn Mama sie ausübt….)

Nun ja, ich dachte mir, ich mache es anders und führe mal einen Tag oder auch mehr genau auf, was ich so alles mache, wahrscheinlich fehlt eh die Hälfte, da vieles einfach gemacht wird, weil es eben notwendig ist und man nicht groß darüber nachdenkt..aber ich versuche es Mal…

Der Morgen

Nach einer erstaunlicherweise doch mal recht ruhigen Nacht benutzt unsere Jüngste ihr Aufsteh-Erzwingungs-Wort „pullern“, damit Mama endlich aus den Federn kommt. Es ist wenigstens schon nach 6 Uhr, wie nett.

Also Töchterchen auf Toilette gesetzt und runter gegangen. Der herzallerliebste Ehemann hat bevor er zum Frühdienst gegangen ist extra noch überall in den Öfen Feuer gemacht, damit es nicht so kalt ist, wenn wir aufstehen, wie lieb! Aber die schon Aufgestandenen haben leider irgendwie ausgeblendet, dass ein Feuer, wenn es brennen soll auch ab und zu mal Futter braucht, also mache ich erst mal eine Runde durch alle Zimmer. Bei 2 Öfen habe ich Glück, es ist noch genug Glut, dass die Holzscheite anbrennen, doch in einem Ofen ist nichts mehr zu retten, so dass ich erst mal auf Zeitungssuche gehe, um ein neues Feuerchen machen zu können. Nachdem endlich alle Öfen wieder wärmebringend brennen, gehe ich in die Küche, um meinen 1/2 Liter morgendliches Wasser zu trinken. Da kann ich den Geschirrspüler nicht übersehen und er ist natürlich umräumbar. Also trinke ich mein Glas, während ich das Geschirr weg sortiere. den Geschirrspüler neu befülle und anwerfe. Zwischenzeitlich hat unsere Jüngste ihren Versuch, sich selbst anzuziehen aufgegeben und fordert, dass ich ihr helfe. Tatsächlich geduldet sie sich doch, bis ich mit dem Geschirrspüler fertig bin und die Hände gewaschen habe aber nur, weil ich sie ganz lieb darum bitte ;-). Kaum sind die Hosen hoch gezogen, fällt ihr ganz plötzlich ein, dass sie pullern muss. Also Hosen wieder runter und das Wunschtöpfchen besorgt. Kaum sitzt sie drauf, ist auch schon klar, warum sie „pullern“ musste: die Hose und der Schlüppi sollen doch nicht an und werden, während ich der ersten Tochter Zopf Nummer 1 flechte, wieder ausgezogen. Nachdem das erfolgreich geschehen ist, steht sie wieder auf. Ich lauf ihr hinterher und versuche es ihr schmackhaft zu machen, sich doch wieder anziehen zu lassen, eine andere Hose ist das Zünglein an der Waage, welches sie einwilligen lässt. Inzwischen stehen in der Küche 3 Mädels, welche noch Zöpfe möchten, doch ich gehe zuerst schnell in die Waschküche, um beide Waschmaschinen zu leeren.

Gut, die Wäschegebirge sind dann doch zu hoch, um noch bis zum Abend zu warten und den Nachtstromtarif zu nutzen, also räume ich beide wieder ein und stelle sie an. Die dunkle Wäscheladung bringe ich gleich ins Bad und stecke sie in den Trockner, dass er seine Arbeit  tut. Dann zurück zu den Töchtern noch 5 weitere Zöpfe flechten. Die Jüngste kommt dazu und entschließt sich, auch schick sein zu wollen, nimmt die Bürste und kämmt ihren (vorhin gerade frisch gemachten) Zopf wieder raus. Na gut, wenn sie ihren Spaß hat…, so kämmen wir uns zu 4t (die beiden letzten Töchter, Prinzessin und ich) durch, alle bekommen noch ihre Flechten und schon kann ich mich daran machen, die Kochwäsche zu sortieren. Handtücher, Windeln, Lappen, Geschirrtücher u. ä. hänge ich auf, um Strom zu sparen, alles andere bekomme ich nicht unter.

Nachdem ich meine nächste Feuerholz-Nachlege-Runde absolviert habe, gibt es erst einmal Frühstück. Da die Älteste gerade sehr viel näht und bastelt, damit die 4 Kleinsten jeden Tag ein Adventskalender-Geschenk auspacken können, mache ich für sie den Frühstückstischdienst.

Die Wache über 2 Öfen, dass sie brennend bleiben, habe ich inzwischen den Jungs übertragen und als ich hoch gehe, die Wäsche aufzuhängen, bitte ich die beiden großen Mädels, sich um den 3. Ofen zu kümmern.

Oben muss ich erst einmal 3 Wäscheständer voll Wäsche legen, damit die nasse drauf kann, unsere 2.-Jüngste gesellt sich zu mir mit ihrem Redefluß und erzählt mir ihre „Geschichtchen“. Mit einem Mal ruft´s unten „Mor!“ (dänisch Mama) und an der Tonlage höre ich schon, dass ich definitiv zu spät komme. Ich unterbreche also das Wäsche aufhängen, gehe runter, ziehe dem jüngsten Sonnenschein die nassen Sachen aus und gehe ins Bad einen Lappen holen. Dort begrüßt mich der piepende Trockner, welchen ich im Vorbeigehen beende, wische die Pfütze auf, setze Töchterchen nochmal auf den Topf, weil sie jetzt noch „Kacka!“ muss -puh, wenigstens das rechtzeitig geschafft!- und mache den nächsten Trockner an. In der Zwischenzeit hat sich schon jemand gefunden, der die rufende Jüngste abgewischt hat und ich hole ihr frische Sachen um sie wieder anzuziehen.

Natürlich beantworte ich die ganze Zeit nebenbei die eingehenden Anfragen der verschiedenen Menschlein um mich herum.

Dann gehe ich hoch, die restliche Wäsche noch aufzuhängen. Mit einem Korb voll gelegter Wäsche komme ich wieder runter und wir machen erst einmal unsere morgendliche Familien-Bibel-Lese- und Gebetsrunde. Danach nähe ich endlich schnell die angefangene Hose für den jüngsten Sohn fertig, weil die Große gerade Spanisch lernt. Schon piepen Waschmaschine und Trockner um die Wette, ach ja, da fällt mir ein, dass ich die erste Trocknerladung noch gar nicht gelegt habe…auf dem Weg ins Bad muss ich durch die Küche und da blinkt mir auch der Geschirrspüler sein fertig entgegen. Doch davon lasse ich mich nicht unter Druck setzen, alles schön der Reihe nach oder auch durcheinander, egal. Heute entscheide ich mich für Nacheinander, also Trockner leeren, nächste Ladung aus der Waschküche holen, dabei die nächste Ladung Woll-Wäsche anmachen, der Rest kann jetzt wirklich auf den Nachtstrom warten. Trockner und Woll-Wäsche laufen, also kommt als nächstes der Geschirrspüler ran. Ich frohlocke, weil es doch tatsächlich so aussieht, als würde ich mit der nächsten Ladung mal endlich alles Geschirr abgetragen haben. Doch was nun, die Geschirrspül-Tabs sind alle. wir haben ja gerade kein Auto und der Große ist schon los, eine Einkaufstour mit dem Fahrrad zu machen, während der 3. Milch vom Bauern holt. Na gut, ich wollte ja sowieso schon immer mal das Rezept ausprobieren und so mische ich mir schnell mein Geschirrspülmittel zusammen und habe doch bis dahin tatsächlich noch nicht vergessen, dass die Woll-Wäsche oben auf die Leine muss. Nachdem das erledigt ist, widme ich mich endlich der gesamten Trockner-Wäsche, was zur Zeit ein bisschen mehr Geduld fordert, da unsere Jüngste (18 Monate) genau weiß, was wem gehört und es demjenigen bringen will. Natürlich kommt das nicht ganz so gelegt dort an, so dass ich manche Stücke 5 mal lege, bis sich die 2. Älteste erbarmt und mit der Kleinen zusammen die Wäsche verteilt, die dadurch den Empfänger im gewünschten Zustand erreicht.

Dabei entdeckt sie ihre großen kleinen Geschwister, welche draußen spielen und will auch raus, so ziehe ich sie an und ein anderer netter Familien-Mensch geht mit ihr raus zu ihrem Lieblings-Kaninchen Emil.

Mittag(spause)

Da es inzwischen schon auf Mittag zu geht, beschließen wir drin Gebliebenen, dass wir die Nudel-Not-Vorräte heute mal antasten und so setze ich die Nudeln auf und koche Tomaten-Sauce. Als würden sie es bis nach draußen riechen, dass das Essen fertig ist, kommen alle rein gestürmt, natürlich finden die wenigstens Jacken, Mützen und Schuhe den „richtigen“ Platz aber auch egal, jetzt essen wir erst mal, damit die Kleinen zum Mittagsschlaf kommen, denn langsam steigt das Knatsch-Potential.

Nach dem Essen rennen die Kleinen schon mal hoch ins Bett schlafen (äää, ich meinte toben), während ich des Trockners Piepen erhötr und den Wasserbehälter leere. Ein Blick in die Waschküche bestätigt, dass ich gleich noch eine Woll-Ladung neu anmachen und eine mit hoch zum Aufhängen nehmen kann. Mit dem Korb auf dem Arm und der Bitte an die wach bleibenden Mädels, den Trockner, wenn er piept auszumachen und die Öfen nicht ausgehen zu lassen, nähere ich mich dem schlafenden Trubel.

Wie konnte es anders sein, hat sich die Jüngste mal wieder komplett ausgezogen (eine ihrer neuesten Lieblingsbeschaftigungen), Sohn jagt Tochter und die andere versucht der Jüngsten wenigstens das Hemdchen anzuziehen. Die mütterliche Anwesenheit bewirkt, dass man sich auf den wahren Nutzen des Bettes besinnt und schon mal um die Schlafplätze feilscht, während ich noch die Wäsche auf die Leine hänge. Die Jüngste will helfen und kann gar nicht verstehen, warum ich nicht davon begeistert bin, dass sie die nasse Wäsche abnimmt, lässt sich aber ins Bett schicken, weil die anderen dort inzwischen doch wieder zum Toben übergegangen sind.

Endlich ist alles (wieder) auf der Leine, die Jüngste hat wenigstens ihr Hemdchen an, alle waren nochmal auf Toilette (natürlich nachdem sie eigentlich schon lagen) und alle liegen. So lese ich noch etwas ganz kurzes vor, während sich die Jüngste in den Schlaf stillt. Dann gibt es eine kurze Diskussion, wer neben ihr schlafen darf, die 2. Jüngste lässt ihrem größeren Bruder den Vortritt, weil sie ja sonst eh nicht an Mamas Haare kommt. (Die dreht sie immer in den Händen ein zum Einschlafen). Noch ein bisschen Geschnatter und alle kommen zur Ruhe, weil Mama nicht mehr antwortet, sondern die Augen zu hat. Das wirkt oft Wunder und heute hab ich wirklich Glück und alle schlafen schnell ein.

Nach einem kurzen Power-Napping verfasse ich den ersten Teil dieses Artikels und erledige noch das ein oder andere Notwendige im Postfach etc..

Die Kleine schläft zur Zeit wirklich nicht lang und so ist sie nach einer knappen Stunde schon wieder wach und will auch nicht mehr schlafen. Sie erzwingt sich wiederum mit ihrem „Zauber“wort das Aufstehen.

Als wir am Fenster vorbei kommen, sieht sie die Großen draußen auf der Wiese, also ist schon klar, wohin es nach dem Toiletten-Besuch geht und ich stelle mich schon mal seelisch und moralisch darauf ein, dass die Feuer doch vergessen wurden.  Irgendwie ist heute mein Glückstag und ich muss wiederum nur einen neu entzünden. Weil die Kleine so ungeduldig ist, denk ich mir aus ist aus, da kann er auch noch 2 Minuten warten und ziehe zuerst sie an und bringe sie raus. Dann mach ich Feuer, räume den Mittagstisch ab (den vergisst man so leicht, wenn draußen die Sonne so schön scheint…) und den Geschirrspüler um und gehe mit der letzten Woll-Wäsche-Ladung für heute hoch zum Aufhängen. Da kommen mir schon die nächsten Erwachten entgegen. Sie sagen mir nur, dass sie auch raus gehen und schwubs weg sind sie. Da ich einmal oben bin, fege ich die Zimmer durch, sammle die Dreck-Wäsche ein und sortiere sie unten gleich ein. Dann viertele ich einen Apfel und gehe raus, um mit der Kleinsten die beiden Kaninchen zu füttern. Dabei finde ich heraus, dass die Hühner ihre Nachmittagsportion noch nicht hatten und so füttern wir auch noch die Hühner, die heute sogar das gesamte Futter bekommen, da Töchterchen ausnahmsweise mal davon absieht, an den Maiskörnern zu knabbern. Trotz Sonne ist es doch recht kalt und so will Töchterchen ziemlich schnell wieder rein. Drinnen nutze ich die Zeit, die sie gerade mal nicht auf dem Arm sein will, um die Wäsche in die Schränke zu räumen. Als das fertig ist, setze ich mich nochmal an die Nähmaschine und nähe den Fuchspullover für den Sohn fertig. Da im Zimmer mal wieder überall die Schnipsel und Fäden und Stoffreste rumliegen, räume ich auf und gerade noch rechtzeitig fallen mir die Öfen ein. Bei meiner Ofenrunde entdecke ich die Kleine, wie sie das Küchenregal ausräumt. Zusammen stellen wir alles wieder an seinen Platz, denn  wenn Mama einen schon entdeckt hat, bevor man alles irgendwo versteckt hat, macht es eh keinen Spaß mehr und ich beschließe, dass der Küche Wischer-Kontakt gut tun würde. Töchterchen hört das Wasser laufen und kommt geschwind ins Bad gelaufen. Ich lasse sie ein wenig am sparsam laufenden Wasserhahn matschen und freue mich daran, wie glücklich sie über so etwas banales ist. Da ihre Geschwister rein kommen und es Aussicht auf andere interessante Dinge gibt, lässt sie sich überreden, das Wasser abzustellen und die Hände abzutrocknen. Ihr Bruder freut sich über sie, als hätte er sie Jahre nicht gesehen, sie gibt ihm einen Kussi und gemeinsam beschließen sie etwas zu malen.

Der Abend

Der ganz große Bruder druckt ein Wunsch-Ausmalbild aus, so kann ich endlich die Küche wischen und den Abendbrot-Tisch decken. Beim Paprika schneiden bekomme ich freiwillig Hilfe und so sitzen wir bald alle in der Runde und mampfen und lachen und quatschen. Das Abdecken vom Tisch überlasse ich großzügig dem Ältesten und kümmere mich um das Badewasser. Kurze Zeit später sitzen die Kleinen in der Wanne und ich genieße die glücklichen Gesichter. Die Jüngste verlässt die Wanne als erste, die anderen freuen sich über den Paltzgewinn und machen ihre Tauchwettstreite. Nachdem die Kleine angezogen ist, räume ich beide Waschmaschinen ein und bereite sie vor, so dass der 2. Sohn sie nachher nur noch anschalten muss.

Weil ich das Wort vorlesen erwähne, sind die Badefrösche ruckzuck aus der Wanne und abgetrocknet. Der 2- Jüngsten helfe ich beim Sachen finden, die anderen schaffen das allein und so sind wir bald alle im Bett. Die Kleinste ist (bei dem geringen täglichen Schlafpensum kein Wunder) schon so müde, dass sie sehr schnell in den Schlaf gestillt ist und uns mal nicht beim Vorlesen stört, weil sie immer die Seiten umblättern oder sich auf das Buch setzen muss.

Normalerweise arbeite ich abends, nachdem wir Kinderbibel gelesen und gebetet haben immer noch im Bett am Laptop aber heute bin ich so müde und die 3 Kleinen haben einen solchen Redebedarf, dass wir uns alle hinlegen, das Licht ausmachen und noch ein bisschen erzählen bis wir alle einschlafen.

Das war mein Tag, die vielen kleinen und größeren Interaktionen, die vielen Minuten, welche die Kleine auf dem Arm war… habe ich gar nicht alle mit aufgeführt und nachdem dieser Artikel so lang geworden ist, habe ich beschlossen, dass es bei diesem einen Tag bleibt, ich will ja niemanden langweilen 😉

Ich wünsche Dir einen schönen Tag, Du bist nicht faul! Du bist und tust wertvolle Arbeit!

About The Author

Mirjam

glücklich verheiratet und leidenschaftliche (Trage-) Mama von 4 Söhnen und 6 Töchter, ein bisschen verrückt, immer auf der Suche nach alternativen Wegen und dadurch ständig aneckend, gern barfuß, strickend, nähend, improvisierend und am liebsten draußen unterwegs

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