Select Page

Warum OHNE Schule lernen?

Warum OHNE Schule lernen?

Bildquelle: ©Wokandapix/Pixabay

Lernen ohne Schule, geht das überhaupt?

Mal wieder ein Artikel zu einem sehr umstrittenen und teilweise heiß diskutiertem Thema aber es brennt in meinem Herzen, denn,  ja, lernen ohne Schule funktioniert!

Es ist ein Modell, welches Erfolge vorweisen kann und manche scheinen es noch nicht zu wissen:

Es gibt sogar Universitäten, Ausbildungsbetriebe…, welche explizit schulfreie Menschen in ihren Wirkungsstätten wünschen.

Damit wären wir schon bei

 Punkt 1

Schulfei aufgewachsene Menschen haben es zumeist nicht verlernt, wie man lernt. Genau das wissen Universitäten und innovative Betriebe zu schätzen.

Wie viele Kurse gibt es jetzt schon landauf, landab, mit welchen die Schüler (egal welchen Alters) das Lernen wieder erlernen sollen?!

Mir stellen sich die Fragen:

Warum haben sie es verlernt?

Wie konnte das geschehen?

(Ich versuche gar nicht erst, diese Fragen zu beantworten, sondern lasse sie einfach verhallen)

Punkt 2

Eine weitere geschätzte und durchaus verbreitete Eigenschaft von schulfrei lebend und lernenden Menschen ist, dass sie Strategien entwickelt haben, um an die Informationen, welche sie benötigen heranzukommen. Sie sind meist engagiert und warten nicht darauf, dass ihnen jemand irgend etwas auf dem Silbertablet serviert, was sie dann verzehren, um es bei der nächsten Arbeit wieder von sich zu geben (sorry für meinen Sarkasmus).

Punkt 3

Alles hat sich in den letzten Jahren, Jahrzehnten und Jahrhunderten verändert, nur das Modell Schule scheint (bis auf ein paar –in meinen Augen- Flickschustereien) unverändert.

Doch brauchen wir im heutigen Zeitalter noch Schulen?

Früher war das Wissen zentriert an Klöstern und Universitäten, nur dort gab es die Bibliotheken und die Wissenden, sehe ich ein!

Doch heute?

Wir sind vernetzt und es gibt in jeder Stadt eine Bibliothek, wir können ganz einfach Kontakt zu nahen oder fernen Wissenden aufnehmen, ohne sie aufsuchen zu müssen.

Wer weißt wie, findet alles, was er wissen möchte (na gut fast alles).

Das Wissen ist nicht mehr zentriert, sondern überall und das Modell Schule hat eine grundlegende Veränderung nötig, um an das heutige Leben angepasst zu sein.

Punkt 4

Leben ist lernen und lernen ist Leben! Wie könnten wir (über)leben, ohne zu lernen?

Ein kleines Baby lernt von Beginn seines Lebens an und muss lernen, sonst überlebt es nicht. Jetzt sagst Du vielleicht, dass sind Reflexe und Instinkte, das hat mit lernen nichts zu tun. Mag sein aber so recht, kann ich das nicht annehmen, denn dann müssten diese Instinkte zuverlässiger funktionieren und es sollte  zum Beispiel nicht so viele Stillprobleme geben.

Wenn man das Lernen einmal nicht isoliert für sich betrachtet, stellt sich die Erkenntnis ein, dass es ein ganz normaler Lebensbestandteil ist:

So lernen (fast) alle Babys von allein, sich auf den Bauch zu drehen, sich aufzurichten, sich hinzustellen und so geht es immer weiter…

Warum sollten wir Menschen just mit Eintritt ins (willkürlich festgelegte) Schulalter die Lust am Lernen und Forschen verlieren?

Ist es nicht viel mehr ein innerer Drang, voran zu kommen, Erfahrungen zu sammeln und Weisheit zu erlangen?!

Ich persönlich sehe einen Unterschied zwischen Weisheit und Wissen. Müsste ich wählen, meine Entscheidung fiele auf die Weisheit.

Wissen ist relativ einfach zu erlangen, indem man sein Rechenzentrum im Kopf mit eben demselben füllt, wie langfristig erfolgreich das ist, sei mal dahin gestellt.

Um Weisheit muss man mehr „ringen“. Meiner Meinung nach ist für Weisheit Erfahrung nötig, der Drang danach auch andere Sichtweisen zu hören, das Vermögen, verschiedene Aspekte gegeneinander abzuwägen und dann eine Entscheidung treffen. Für Weisheit ist es aber auch notwendig, Entscheidungen oder Teilaspekte zu revidieren, wenn es angebracht ist. Weisheit ist eigenverantwortlich und hat einen Bezug zum Leben…

aber zurück zum eigentlichen Thema, nach diesem kurzen etwas philosophischen Ausflug meiner Gedanken, zurück zu den Punkten, warum ohne Schule lernen:

Punkt 5

„Erzwungenes“ Lernen ist zäh, (meist) nicht effektiv und kann Desinteresse schüren.

Irgendwie hält sich hartnäckig die Ansicht, dass wir junge Menschen zwingen müssen, sich mit allen Wissensgebieten zu beschäftigen.

Wahrscheinlich ist es tatsächlich so, dass sich nicht jeder tiefer in die Physik oder Chemie oder… hinein knien würde aber seien wir mal ehrlich, dann brauchen wir es doch auch nicht zum Leben oder?

Ein kleines Beipsiel dafür, dass Zwang einiges kaputt machen kann:

Als ich klein war, habe ich es geliebt, wenn mein Vater mit uns die Sterne beobachtet hat und uns die Sternenbilder gezeigt hat, ich war interessiert. Doch dann kam das Fach Astronomie, das Lehrbuch war eine Katastrophe für mich, der Lehrer hat es wunderbar geschafft, den Unterricht derart zäh und leblos zu gestalten, dass die Langeweile für mich greifbar war. Das hat mich so nachhaltig geprägt, dass ich (sehr zum Leidwesen meines Mannes) nicht das geringste Interesse mehr an astronomischen Themen habe und auch fast nichts darüber weiß.

Punkt 6

„Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir!“

Wer kennt ihn nicht, diesen Satz?!

Aber, nein, Schule bereitet nicht auf das Leben vor!

Denn erstens, warum sollte sie auf DAS Leben vorbereiten? Beginnt das Leben etwa erst nach Schule und Ausbildung?

Zweitens kann ich für mich sagen, dass die Schule mich nicht auf meinen Alltag vorbereitet hat:

Ich hatte kein Dänisch in der Schule, hätte es gebraucht!

Ich hatte Französisch in der Schule aber kann mich damit nicht verständigen.

Ich hatte Englisch in der Schule, doch englisch gelernt habe ich eigenverantwortlich und zwar nicht in der Schule.

Ich habe nicht gelernt, zu stillen, gesunde Mahlzeiten zu bereiten, kleine und große Menschlein adäquat zu versorgen, doch das sind alles „Tätigkeiten“, welche ich jetzt täglich benötige und die ich mir im Selbstudium angeeignet habe.

Hingegen habe ich in der Schule etwas von Demokratie, Gewaltenteilung und von hohen Idealen wie „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ gelernt und muss erleben, dass dieses Wissen „überholt“ zu sein scheint. Ich muss sehen, dass eine Gewaltenteilung faktisch durchaus mit verschiedenen Mitteln und Wegen umgangen wird.

Auch wurden mir in der Schule  Menschen- und Kinderrechte beigebracht und muss nun erleben, dass diese mit Füßen getreten werden. Der freie Wille junger Menschen, sich selbst zu bilden wird mißachtet. Das Recht auf Selbstbestimmung scheint in (manchen) Bereichen nicht zu zählen?!

So könnte ich diese Liste fortführen, was ich gelernt habe, das keinen Bestand hat und was ich nicht gelernt habe, das für mich nützlich gewesen wäre…

Punkt 7

Wissen ist nicht allgemein gültig.

Das klingt sehr provokativ, doch wenn ich Dir jetzt erkläre, was ich damit meine, wirst Du gleich wieder sanfter gestimmt sein.

Es gibt keinen Konsens darüber, was denn nun (Schul-) Wissen oder (Schul-) Bildung ist:

Warum sonst hat nicht nur jeder Staat seine eigenen Lehrpläne, sondern auch noch jeder Kanton oder jedes Bundesland und dergleichen?

Warum haben Menschen, nur weil sie den entsprechenden Arbeitsplatz (und ein entsprechendes Diplom oder Ausbildung) haben, das Recht, darüber zu entscheiden, was tausende andere Menschen wann zu wissen bzw. zu lernen haben?

Das will mir nicht in den Sinn.

Das Leben ist individuell und ein Plan für viele kann niemals diese Indiviualität gewährleisten.

 

Ja, ich gebe zu, meine Argumentation ist einseitig, weil ich von einem freien Lernen überzeugt bin. Ich sehe einfach das große Potential, welches ein schulfreies Leben bietet.

Für mich ist es das normale Leben,

ein Leben, was nicht in Schul- und Freizeit einteilen muss, weil es im Fluss ist,

ein Leben, welches nicht schon die jungen Menschen in einen Burn-out oder Depressionen führt,

ein Leben, welches Menschen nicht nach Zahlen beurteilt,

ein Leben, welches nicht nach puntkuellen Leistungen bewerten muss,

es ist einfach DAS Leben, weil

Leben lernen ist und lernen Leben.

In diesem Sinne wünsche ich Dir ein lehrreiches Leben!

About The Author

Mirjam

glücklich verheiratet und leidenschaftliche (Trage-) Mama von 4 Söhnen und 6 Töchter,
ein bisschen verrückt, immer auf der Suche nach alternativen Wegen und dadurch ständig aneckend,
gern barfuß, strickend, nähend, improvisierend und am liebsten draußen unterwegs

2 Kommentare

  1. Xenia

    Hallo Mirjam.
    Lebst du in Deutschland? Wie ziehst du das Freilernen durch, ohne Stress mit Behörden zu bekommen?
    Für eine Antwort wäre ich dir dankbar.
    Herzlicher Gruß,
    Xenia

    Antworten
    • Mirjam

      Liebe Xenia,

      nein, wir sind aus Deutschland weg gegangen, es gibt wohl einige, die in gutem Einvernehmen mit Behörden es auch in Deutschland gut schaffen aber uns war das zu unsicher…, wir sind im Ausland.

      Antworten

Ein Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Interessante Online-Kongresse und Webinare*

Glücksknirpse TV: Jeden Monat wertvolle Infos & Inspirationen

*Diese Seite enthält Affiliate-Links

Bleib mit uns in Verbindung

Unsere Empfehlungen

Unter dieser Kategorie findest Du Affiliate-Links zu von uns erprobten und genutzten Websites.

Damit lernen wir

Eine Auswahl an Anbietern, mit deren Materialien wir lernen:

Lern-Programm von Grundschule bis 7. Klasse

Sprach-Kurse, Apps und Lern-Software

verschiedene Sprachen lernen

Pin It on Pinterest